Hochschulbildung in der Europäischen Union
Ein zentrales Ziel in der europäischen Zusammenarbeit ist Schaffung des Europäischen Bildungsraums bis Ende 2025 bzw. in einem weiteren Schritt bis 2030, in dem Lernen und Studieren grenzüberschreitend möglich sind, Bildungsabschlüsse EU-weit anerkannt werden, junge Menschen weitere Sprachen lernen und Zugang zu hochwertiger Bildung haben.
Ein wichtiger Schritt war die Annahme des „Strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit in der allgemeinen und beruflichen Bildung mit Blick auf den Europäischen Bildungsraum und darüber hinaus (2021–2030)“ im Februar 2021. Ziel des strategischen Rahmens ist die Strukturierung der Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedstaaten und wichtigen Interessensträgern, um ihre gemeinsame Vision zu verwirklichen.
Die „European Universities“ – Initiative wurde durch die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom 14. Dezember 2017 initiiert und geht auf eine Rede des französischen Präsidenten Macron am 26. September 2017 an der Sorbonne zurück. „European Universities“ sind grenzüberschreitende und zukunftsorientierte Hochschulnetzwerke, die eine enge, nachhaltige, strukturierte und systemische Zusammenarbeit entwickelt haben, bessere Mobilitätsmöglichkeiten bieten sowie Spitzenqualität und Exzellenz in Bildung und Forschung anstreben. Die Initiative ist Teil des Programms Erasmus+ 2021-2027. Derzeit gibt es europaweit 65 „European Universities“- Allianzen, die über 570 Hochschulen umfassen.
Im Jänner 2022 veröffentlichte die Europäische Kommission die „Mitteilung über eine europäische Hochschulstrategie“, die große Bedeutung für die weiteren Entwicklungen in der Europäischen Hochschulpolitik hat. Die Europäische Strategie für Hochschuleinrichtungen ist ein politischer Rahmen, der den gesamten tertiären Sektor in seinen Transformationsprozessen unterstützt, zur Resilienz Europas beiträgt, eine ehrgeizige transnationale Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen ermöglicht und auf gemeinsamen europäischen Werten basiert. Sie baut auf den Erfahrungen der „European Universities“-Alliances“ auf, die als wichtiges Instrument zur Umsetzung der Strategie genannt werden.
Die Europäische Kommission veröffentlichte am 27. März 2024 das Hochschulpaket, das aus drei Initiativen besteht und die transnationale Zusammenarbeit zwischen den Hochschuleinrichtungen fördern soll. Die Initiativen zielen darauf ab, verbleibende rechtliche und administrative Hindernisse für Partneruniversitäten, die wettbewerbsfähige gemeinsame Studiengänge auf Bachelor-, Master- oder Doktoratsebene aufbauen wollen, zu beseitigen.
Das Hochschulpaket beinhaltet:
- Die Mitteilung über eine Blaupause für einen europäischen Hochschulabschluss
- Den Vorschlag für eine Empfehlung des Rates über ein europäisches Qualitätssicherungs- und Anerkennungssystem
- Den Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zu attraktiven und nachhaltigen Laufbahnen in der Hochschulbildung
Die Mitteilung der Europäischen Kommission „Union of Skills“ wurde am 5. März 2025 veröffentlicht. Im Rahmen dieser Initiative soll der Europäische Bildungsraum zur Schaffung hochqualitativer, inklusiver und anpassungsfähiger Bildungs-, Ausbildungs- und Kompetenzsystemen beitragen. Dabei werden „Skills“ im umfassenden Sinn als Kompetenzen, Fertigkeiten, Fähigkeiten und Wissen für das ganze Leben verstanden. Im Hochschulbereich liegt ein besonderer Fokus auf der Förderung innovativer gemeinsamer europäischer Studienprogramme, auch in strategischen Sektoren und Schlüsseltechnologien wie KI, Quantenphysik, Halbleiter, Daten oder Cybersicherheit.
Gemeinsam mit der „Union of Skills“ wurde auch der „STEM Education Strategic Plan“ (Strategieplan für MINT-Bildung) und der „Action Plan on Basic Skills“ (Aktionsplan für Grundkompetenzen).
Der Strategieplan für MINT-Bildung betont, dass qualifizierte Arbeitskräfte im MINT-Bereich essenziell dafür sind, die Wettbewerbsfähigkeit Europas nachhaltig zu stärken. Talente müssen daher angeworben und gefördert und die anhaltende Geschlechterkluft geschlossen werden. MINT-Kompetenzen sind im Lichte der grünen und digitalen Transformation besonders gefragt und ein solides Grundwissen in MINT-Fächern wird als Voraussetzung für Reskilling und Upskilling in vielen Berufen angesehen. Darüber hinaus wird der Bedarf an qualifiziertem Personal, vor allem in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Big Data und Netzwerke, weiter steigen, wobei die EU diesen aus heutiger Sicht mit eigenen MINT-Absolventinnen und Absolventen von Hochschulen und Berufsbildung nicht decken kann.
Kontakt
Dr.in Ingin. Mag.a Evelin-Melinda Macho
Rechtsfragen und Rechtsentwicklung und internationales Hochschulrecht
Allgemeine EU-Angelegenheiten im Hochschulbereich
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