Institutionelle Ausschreibungen des BMBWF
Im österreichischen Hochschulsystem dienen institutionelle Ausschreibungen der Umsetzung von österreichweiten, steuerungsrelevanten Zielsetzungen (Fachhochschulausbau, Digitalisierung, Pädagog/inn/enbildung ) sowie der Sicherstellung einer effizienten Nutzung von öffentlichen Mitteln.
Aktuelle, laufende Ausschreibungen
Ausschreibung (digitale) Forschungsinfrastruktur: Diese 28 Projekte werden gefördert
1. Ausschreibung („Digitale“) Forschungsinfrastruktur
40 Millionen Euro stellt das BMBWF als Anschubfinanzierung für den Ausbau und/oder die Modernisierung vorhandener wie auch die Neuanschaffung qualitativ hochwertiger (digitaler) Forschungsinfrastruktur an Universitäten im Rahmen der Ausschreibung „(Digitale) Forschungsinfrastruktur“ zur Verfügung. Sie wird aus den Mitteln des Universitätsbudgets 2022 bis 2024 finanziert, wobei das Budget auch über den EU-Krisenfonds Recovery and Resiliance Facility (RFF) refinanziert wird.
2. Ausschreibung „Vorhaben zur digitalen und sozialen Transformation in der Hochschulbildung“ der öffentlichen Universitäten
Die Digitalisierung als kritischer Erfolgsfaktor für die zukünftige Entwicklung von Österreichs öffentlichen Universitäten im internationalen Vergleich sowie als wesentlicher Trägerinnen des österreichischen Forschungs-, Technologie- und Innovationssystems (FTI) verlangt nach einem gesamtheitlichen und integrativen Ansatz. In Umsetzung der Ziele des Gesamtösterreichischen Universitätsentwicklungsplans hat das BMBWF den öffentlichen Universitäten einen Betrag von 50 Millionen Euro für die Leistungsvereinbarungsperiode 2019-21 zur Verfügung gestellt.
Damit werden zukunfts- und richtungsweisende, profilbildende und strukturentwickelnde Vorhaben unterstützt, die für das öffentliche Universitätssystem einen (inter-)national sichtbaren Entwicklungsschub bedeuten und in denen digitale Innovation und/oder die soziale Dimension im Sinne der nationalen Strategie als zentrale Anliegen der Universität verdeutlicht werden. 21 der insgesamt 22 öffentlichen Universitäten haben dazu insgesamt 71 Projektanträge eingereicht. Eine Fach- und Expert/inn/enjury hat die besten 34 unter ihnen ausgewählt. Sie wurden am 20. Jänner 2020 im Rahmen einer Veranstaltung am BMBWF präsentiert. Seither läuft ihre Umsetzung.
Eine Übersicht über alle Projekte findet sich auf der Plattform „digital university hub“ (DUH) der TU Graz gemeinsam mit den Universitäten Wien und Graz, die selbst eines der Digitalisierungsprojekte darstellt. Sie bündelt sämtliche Digitalisierungsaktivitäten der Hochschulen in Österreich und macht sie auf der gemeinsamen Webseite www.digitaluniversityhub.eu abrufbar.
Selbstverständlich begleitet das BMBWF die erfolgreiche Umsetzung der geförderten Projekte. Dazu haben die Universitäten bis zum 30. April des jeweiligen Jahres Zwischenberichte vorzulegen. Alle Projekte sind bis spätestens Ende 2024 umzusetzen. Über den (erfolgreichen) Projektabschluss ist ein Endbericht vorzulegen.
3. Ausschreibung von Fachhochschulstudienplätzen
Grundlage für die Entwicklung und Steuerung des Fachhochschul-Sektors ist der Fachhochschulentwicklungs- und Finanzierungsplan 2018/19 - 2022/23. Darin wird die qualitative und quantitative Entwicklung des FH-Sektors ebenso geregelt, wie das Modell der Bundesförderung und die Kriterien für die Vergabe der Bundesmittel. Für die aktuelle Planungsperiode sieht der Plan die Schaffung von insgesamt 1.450 bundesgeförderten Anfänger/innenstudienplätzen in vier Ausbauschritten vor. Mit der Vergabe von 347 zusätzlichen Anfänger/innenstudienplätzen ab dem Studienjahr 2022/23 wurde der Ausbauplan zur Umsetzung gebracht. Bis 2024 werden dadurch insgesamt über 3.700 zusätzliche Studienplätze im FH-Sektor im Bereich Digitalisierung und MINT geschaffen.
Die Vergabe der bundesgeförderten Studienplätze ist über Ausschreibungen durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung erfolgt. FH-Erhalter/innen hatten die Möglichkeit, Anträge für neue Studienangebote oder die Aufstockung der Anzahl der Studienplätze in bestehenden Studiengängen einzubringen. Die Entscheidung und Vergabe der Plätze erfolgte aufgrund definierter Kriterien durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF,) vorbehaltlich der Akkreditierung durch die Akkreditierungsagentur AQ Austria.
Vergangene Ausschreibungen
Hochschulraumstrukturmittel-Ausschreibung 2016-18
Auch in der Leistungsvereinbarungsperiode 2016 bis 2018 wurden Gelder über eine Ausschreibung vergeben: Im Rahmen Hochschulraum-Strukturmittel stand ein Betrag von 97,5 Millionen Euro zur Anschubfinanzierung von universitären Kooperationsvorhaben in folgenden Bereichen zur Verfügung:
- Forschung/Entwicklung und Erschließung der Künste (EEK): Da der F&E-Infrastruktur in der FTI-Strategie der Bundesregierung besonderer Stellenwert zuerkannt wird, wurde in diesem Vergabezyklus insbesondere die koordinierte Erneuerung, Erweiterung bzw. Neuanschaffung von (Groß)-Forschungsinfrastruktur im Bereich der Grundlagenforschung angestrebt.
- Lehre: Aufgrund der Stellung der Pädagog/inn/enbildung NEU als bildungspolitisches Kernprojekt wurde in diesem Vergabezyklus ein besonderer Schwerpunkt auf Lehrprojekte aus diesem Bereich gelegt.
- Anschubfinanzierung von universitären Kooperationsvorhaben im Bereich Management, Administration und Verwaltungsinnovation, wie zum Beispiel Open Innovation, Digital Roadmap, Open Access, Kosten- und Leistungsrechnung
Darüber hinaus hat es auch in den Leistungsvereinbarungsperioden davor laufend institutionelle Ausschreibungen gegeben. Sie alle werden in regelmäßigen Abständen evaluiert.
Links
- Ausschreibung (digitale) Forschungsinfrastruktur: Diese 28 Projekte werden gefördert
- Übersicht über die Digitalisierungsaktivitäten der Universitäten auf der kollaborativen Plattform „digital university hub“ (DUH) der TU Graz und der Universitäten Wien und Graz